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Das Schenken im Mittelalter und die Rolle des Christkinds

 

 

Die Tradition der Bescherung geht wahrscheinlich auf Martin Luther zurück. Um 1535 schaffte der Reformator das Beschenken der Kinder durch den Heiligen Nikolaus anlässlich des Nikolausabends ab. Protestantische Kinder erhalten seitdem ihre Geschenke an Weihnachten durch den „Heiligen Christ“. Diese Kunstfigur, das Christkind, übernahm die für Luther problematische Rolle eines Heiligen als Gabenbringer. Der Kinderbeschenktag wurde somit vom Nikolaustag auf Weihnachten verlegt und das „Christkind“ bekam die Rolle der Geschenkfigur. Ob damit tatsächlich der neugeborene Jesus zum heimlichen Gabenbringer werden sollte, ist fraglich. Zeitgenössische Abbildungen zeigen immer ein Kind von 10 bis 15 Jahren, das meist mit Engelsflügeln ausgestattet ist. Das Mysterium, wer oder was das Christkind nun eigentlich ist, ist nie aufgeklärt worden. Wie der frühe Nikolaus, der seine Geschenke heimlich und bei Nacht brachte, handelt auch das Christkind.

Es „eroberte“ zuerst das evangelische Deutschland und ab 1900 schließlich auch, konfessionsübergreifend, das katholische Bayern und das Rheinland. In den protestantischen Niederlanden dagegen blieb das Schenkfest am Nikolaustag, mit dem Nikolaus als Gabenbringer, erhalten. Der von den Niederlanden und der „Neuen Welt“ exportierte Nikolaus wurde zum Santa Claus, verlegte aber die Bescherung auf den 25. Dezember.

„Christbürde“ stand im Mittelalter als Sammelbegriff für kleine Geschenke an Kinder zu Weihnachten. Überlieferungen aus der Zeit um 1500 benennen diese Gegenstände „Wägelin, Pappenmänner zum Ziehen, Klappern, Schäfgen und Pferden“.

Weiterhin war es üblich, dass die Paten ihren Patenkindern in der Weihnachtszeit ein Patenbrot schenkten. Die Mädchen erhielten meist eine Lebkuchenfrau und die Jungen einen Lebkuchenreiter.

Gekauft wurden diese Kleinigkeiten auf dem Weihnachtsmarkt, der damals (im 14.Jh.) ins Leben gerufen wurde und der vom Prinzip her wie heute ablief: man erlaubte den Handwerkern (Spielzeugmachern, Korbflechtern, Zuckerbäckern und vielen anderen Gewerbetreibenden) in der Vorweihnachtszeit Verkaufsstände auf dem Marktplatz zu errichten. Schon damals wurde auch das leibliche Wohl der Marktbesucher bedacht: Es gab geröstete Kastanien, Nüsse und Mandeln zu kaufen. Die bekanntesten Weihnachtsmärkte sind der Nürnberger Christkindlesmarkt, der Münchner Christkindlmarkt (1310 erstmals erwähnt) und der Dresdner Striezelmarkt (1434).

 

 

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